Griechenland als sich am stärksten entwickelndste europäische Volkswirtschaft im Jahr 2016 und weitere haarsträubende Prognosen des IWF

In der vergangenen Woche wurde mit großem Brimborium seitens der Presse und der Finanzmärkte der aktuelle Weltwirtschaftsausblick des Internationale Währungsfonds (IWF) veröffentlicht. Wir haben bereits mehrfach hier sowie hier betont, dass unserer Meinung nach sich der IMF für einige wirklich herausragende Publikationen verantwortlich zeichnet. Doch die Prognosen, die im aktuellen Weltwirtschaftsausblick, dem vermeintlichen Flaggschiff unter den Publikationen des IWF, angeführt werden, sind schlichtweg lächerlich. Was aber veranlasst den IWF zu der Annahme, dass er fünf Monate, geschweige denn fünf Jahre in die Zukunft blicken kann?

Wir möchten selbstverständlich alle wissen, was die Zukunft für uns bereithält. Deshalb hier nun die Zukunft, wie sie sich der IWF vorstellt.

Nachfolgend finden Sie die BIP-Prognosen für Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien. Nach Einschätzung des IWF werden sich Griechenland, Portugal, Spanien und Italien allesamt aus der aktuellen Rezession im Jahr 2014 befreien und  2015 sogar bereits wieder ein solides Wachstum hinlegen. Dabei werden sich Griechenland und Irland besonders erfreulich entwickeln und trotz der Sparmaßnahmen sowie der Probleme mit der europäischen Gemeinschaftswährung im Jahr 2016 ein annualisiertes Wachstum von 3,8% bzw. 2,9% erzielen. Mit einer Wachstumsrate von lediglich 1,328% wird das zu bemitleidende Deutschland dann der Nachzügler sein.


Ich weiß, was Sie alle denken. Das ist ja fantastisch. Aber was passiert mit den vielen Arbeitslosen in diesen Staaten? Freundlicherweise hat der IWF auch eine Prognose zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit abgegeben. Die gute Nachricht ist, dass zumindest den Prognosen zufolge die Arbeitslosenquoten in ganz Europa sinken werden (vielleicht, weil viele die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgeben oder eine Auswanderungswelle dazu beiträgt, die Arbeitslosigkeit zu senken).


Dank der ausgezeichneten Arbeit der EZB wird diese das vorrangige Ziel ihrer Geldmarktpolitik, nämlich die Inflation auf mittlere Sicht bei knapp unter 2% zu halten, erreichen.


Auf dieser Grundlage wird es sich im Jahr 2017 innerhalb Europas am besten in Griechenland leben lassen. Eine rasant sinkende Arbeitslosigkeit, eine niedrige Inflation sowie eine der höchsten Wachstumsraten in Europa sprechen für einen hervorragenden Lebensstandard dort. Außerdem ist es auch wesentlich preiswerter, dort zu leben, nachdem die Wohnimmobilienpreise in Griechenland von ihrem Höchststand um 21,6% nachgegeben haben. Also warum wandern die Griechen überhaupt aus?

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