Ausblick: Die Macht der Duration

Der Anstieg der Anleihenrenditen, der im Frühsommer dieses Jahres zu beobachten war, hat wohl dazu geführt, dass viele Anleger ihre Aufmerksamkeit zuletzt verstärkt auf die Allokation der Vermögenswerte in ihren Portfolios – und zwar insbesondere auf ihre Anleihenengagements – gerichtet haben.

Die größte Gefahr für ein in einheimischer Währung denominiertes Anleihenportfolio ist die Duration. Wenn Investoren über die Duration sprechen, beziehen sie sich dabei in den meisten Fällen auf die Sensitivität einer Anleihe oder eines Portfolios im Hinblick auf Zinsveränderungen. Unternehmensanleihen hingegen unterliegen zudem der sogenannten Credit Spread-Duration – darunter versteht man die Sensitivität der Anleihenkurse auf Veränderungen der Credit Spreads (also der jeweiligen Prämie für das Ausfallrisiko).

Innerhalb eines Portfolios sollte unabhängig voneinander analysiert werden, inwieweit ein Portfolio dem Zins- und dem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Natürlich hängt die optimale Ausrichtung auf diese beiden Risiken stark von dem gerade vorherrschenden Konjunkturumfeld sowie den Erwartungen auf zukünftige Zinsveränderungen ab.

Meiner Meinung nach ziehen die US-Wirtschaft sowie in geringerem Maße auch die britische Konjunktur inzwischen wieder an. Deshalb werden sich die Zinsen irgendwann auch wieder ihren (deutlich höheren) langfristigen Durchschnitten annähern. Zwar dürfte eine Verschärfung der Geldmarktpolitik durch die Notenbanken derzeit immer noch in weiter Ferne liegen. Letztlich werden die monetären Zügel aber auch wieder angezogen werden, sobald die Währungshüter zu der Auffassung gelangt sind, dass ihre jeweiligen Volkswirtschaften robust genug sind, um einem solchen Schritt standzuhalten. Eine solidere konjunkturelle Entwicklung erhöht allerdings auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Geldmarktpolitik bereits wieder früher verschärft wird – was dann auch dem Unternehmenssektor zugute kommt. Deshalb sollte man bestrebt sein, von den Kreditrisiko-Prämien zu profitieren, während man die Ausrichtung auf zukünftige Zinsanstiege möglichst begrenzen sollte.

In der aktuellen Ausgabe unserer Reihe „Ausblick“ beschäftige ich mich mit der Verkaufswelle, die den US-Anleihenmarkt im Jahr 1994 erfasst hatte, um herauszufinden, ob wir aus der Vergangenheit lernen können. Darüber hinaus untersuche ich die „Macht der Duration“ sowie deren Bedeutung für Anleiheninvestoren während einer Verkaufswelle am Anleihenmarkt.

Der Wert von Anlagen kann schwanken, wodurch die Fondspreise steigen oder fallen können und Sie Ihren ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht zurückerhalten.

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