Happy Halloween. Fünf gruselige Charts, auf die Freddy Krueger stolz wäre.

M&G und bondvigilantes.com präsentieren voller Stolz die schaurigsten Charts zur globalen Wirtschaft. Einige werden Sie zum Lachen bringen, andere die Tränen in Ihre Augen treiben. Sie werden begeistert sein, bezaubert, verblüfft und amüsiert. Ängstliche Naturen sollten jetzt nicht weiterlesen. Seien Sie gewarnt.

  1. Unternehmen haben Angst vor Risiko
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Seit der Finanzkrise sahen wir eine Schwemme an Unternehmensanleihen, da Firmen die niedrigen Zinsen für ihre begebenen Schuldverschreibungen nutzten. Was haben die Unternehmen aber mit all dem Cash gemacht, das ihnen die Kapitalmärkte geliehen haben? In überwältigender Zahl haben sie Aktien zurückgekauft und Fusionen und Akquisitionen finanziert, was teilweise für die Kurssteigerungen an den Aktienmärkten verantwortlich war. Nur ein kleiner Teil der Mittelzuflüsse von den Anleihenmärkten haben US-Unternehmen für Investitionsgüter verwendet, was auf eine anhaltende Risikoscheu hindeutet. Dies selbst in einem Umfeld, in dem die US-Wirtschaft laut vielen Beobachtern auch mit höheren Zinsen kein Problem hätte.

  1. Kein Entkommen für Investoren
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Es war einmal eine Zeit, da konnten sich die Anleger sicher sein, dass die Anleihen in ihrem Portfolio bei einem Aktienausverkauf eine gute Performance vorlegen würden und umgekehrt. Diese Zeiten sind vorbei. Analysen des IWF zeigen, dass sich Anlageklassen zunehmend in dieselbe Richtung bewegen. In anderen Worten: Die berühmte Regel des Investierens namens Diversifikation hat nicht mehr dieselbe Bedeutung wie in der Vergangenheit. Besorgniserregend ist, dass die Tendenz der sich gemeinsam in eine Richtung bewegenden Anlagepreisen nie ausgeprägter war. Die Korrelationen waren selbst zu Zeiten mit niedriger Volatilität auf einem hohen Niveau. Eine große Krise an den Anlagemärkten könnte die Zerbrechlichkeit des Finanzsystems auf eine harte Probe stellen, sollten die Bewertungen von Anlagewerten auf breiter Front stark nachgeben.

  1. Schreckensprognosen
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Rohstoffpreise unterliegen enormen Schwankungen und sind unberechenbar – zur Bestätigung genügt schon ein Blick auf den Terminmarkt für Erdöl. Für die politischen Entscheidungsträger in rohstoffreichen Ländern stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar. Die Mehrzahl der Rohstoffe exportierenden Länder erhalten einen Großteil ihrer Staatseinnahmen aus dem Rohstoffsektor und der aktuelle Preisschock könnte erheblichen Druck auf die Haushaltssalden dieser Länder ausüben. Insbesondere gilt dies für geopolitische Brennpunkte wie den Nahen Osten, Russland, Nigeria und Venezuela. Wer auf eine Erholung der Rohstoffpreise hofft, sollte sich auf eine Enttäuschung gefasst machen.

  1. Monströse Derivatengewichtung
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Der Nominalwert von Derivaten im globalen Finanzsystem beträgt $630 Billionen. Im Vergleich dazu der Wert des weltweiten BIP: $77,3 Mrd. Eine enorme Zahl, $630 Mrd. doch überbetont sie die Gefahren am globalen Derivatemarkt. Der Nominalwert reflektiert nicht die Risikovermögenswerte in einem Derivatekontrakt. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich(BIS) beläuft sich der Marktwert (brutto) des globalen OTC-Derivatemarktes auf $20,9 Billionen (nahezu ein Drittel des weltweiten BIP).

  1. Es wird nicht genug getan, um die globale Erderwärmung zu verhindern
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Letztlich die furchterregendste Chart von allen. Die weltweiten Treibhausgasemissionen nehmen weiterhin zu und erhöhen stetig den Druck auf die Umwelt. Die OECD schätzt, dass Treibhausgasemissionen, angetrieben von einer Zunahme der Kohlendioxidemissionen um 70%, bis zum Jahr 2050 um mehr als 50% zunehmen werden. Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg im Energiebedarf von 80% erwartet. Sollte sich diese Prognose als zutreffend erweisen, dürften die globalen Temperaturen um 3-6°C steigen. Niederschlagsmuster werden sich ändern, Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel ansteigen und extreme Wetterbedingungen in bisher unbekannter Form zunehmen. Die potenziell dramatischen Umweltveränderungen könnten katastrophale und unumkehrbare Folgen für die Umwelt und die Gesellschaft haben.

Aus ökonomischer Perspektive besteht das Hauptproblem bei der Reduzierung von Treibhausgasen darin, dass die Industriestaaten der entwickelten Welt einen Weg finden müssen, die notwendigen Veränderungen – den Aufbau von (kostspieligen) Technologien für erneuerbare Energiequellen – in den Schwellenländern zu subventionieren. Dies könnte hunderte Milliarden Dollars kosten und die Schwellenländer stehen auf dem Standpunkt, dass die Industrienationen den Großteil der Emissionsminderungen tragen sollten, da die Pro-Kopf-Emissionen in reichen Nationen höher sind.

Glücklicherweise sind bereits einige Maßnahmen ergriffen worden, die Treibhausgasemissionen zu begrenzen. Bisher haben 81 globale Unternehmen ein vom Weißen Haus unterstütztes Versprechen unterzeichnet, das Problem des Klimawandels mit aggressiveren Maßnahmen anzugehen. Vom 30. November bis 11. Dezember findet in Paris COP21/CMP11, die UN-Klimakonferenz, statt. Auf ihr soll eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls mit dem Ziel verabschiedet werden, die Erderwärmung auf unter 2°C zu halten. Des Weiteren ist für Erfinder ein Preis in Höhe von $20 Mio. ausgeschrieben. Er soll an Einzelpersonen oder Gruppen gehen, die eine Technologie entwickeln, mit der sich die Karbondioxidemissionen von Kraftwerken und industriellen Einrichtungen in nützliche Produkte wie Baumaterialien, alternative Kraftstoffe und andere Gegenstände des täglichen Lebens umwandeln lassen.

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