Die Anlageklassen mit der besten und schlechtesten Performance im Jahr 2015

Der Blick auf das vergangene Jahr macht deutlich, dass es deutlich schwieriger war, anständige Erträge zu erwirtschaften als noch in 2014. Anhand meiner Stichprobe aus 85 unterschiedlichen Bank of America Merrill Lynch Indizes (Die Abbildung unten zeigt eine kleinere Auswahl) ist ersichtlich, dass die meisten Indizes in Bezug auf die Gesamterträge im Jahr 2015 zwischen -5% und 5% angesiedelt waren. In 2014 lag die Mehrheit noch im Bereich zwischen 5% und 15%.

Im Jahr 2014 bekamen die meisten Anlageklassen im Anleihensegment durch eine unablässige Rally bei den Renditen auf Staatsanleihen Unterstützung: Die Renditen 10-jähriger US-amerikanischer und britischer Staatsanleihen gaben um je 3% nach und fielen auf 2,2% bzw. 1,8%, Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit fielen von 1,9% auf das damalige Rekordtief von 0,5%. Diese Art der Rückendeckung blieb 2015 aus, auch wenn es sich bei den traditionellen Staatsanleihen keinesfalls um einen Baissemarkt gehandelt hat. Eine niedrige Inflation, Risikoscheu und jede Menge von der EZB bereitgestellte Liquidität (das Anleihenkaufprogramm) hielt Staatsanleihen über Wasser. Hinzu kam, dass die Fed mit ihrer Zinserhöhung bis zum letztmöglichen Augenblick gewartet hatte. Dies konnte allerdings nicht die Volatilität verhindern und trug vielleicht sogar zu ihr bei. Einen Monat nachdem die EZB im März ihr Anleihenkaufprogramm ausrollte, fielen die Renditen auf 10-jährige deutsche Staatsanleihen auf einen Tagestiefkurs von nur 0,05% und stiegen dann nur weniger als acht Wochen später auf 0.98%. Investoren, die zum Tiefstkurs gekauft hatten, waren gelinde gesagt wenig begeistert.

Zum Jahresende waren die Renditen auf Staatsanleihen in den USA und Deutschland um ca. 10 Bp höher (2,27% bzw. 0,63%), in Großbritannien sogar um 20 Bp (1,96%). Demgegenüber beendeten 10-jährige JGB das Jahr um 6 Bp niedriger auf gerade einmal 0,26%.

Die Anlageklassen mit der besten und schlechtesten Performance im Jahr 2015

Wie aus der obigen Abbildung hervorgeht, haben sich die Renditen der traditionellen Staatsanleihen im Allgemeinen zwar auf der Kurve nach oben bewegt. Die unterschiedlichen geldpolitischen Aussichten in den USA und der Eurozone führten allerdings zu einigen krassen Unterschieden am kurzen Ende. Beispielsweise haben US-Papiere mit zwei Jahren Laufzeit seit dem „Taper Tantrum“ in 2013 höher gehandelt, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in 2015 immer schneller Realität zu werden schien. Bundesanleihen mit 2-jähriger Laufzeit waren zu Jahresanfang 2015 zwar bereits in negativem Territorium, fielen jedoch noch weiter, als der Markt weitere quantitative Lockerungen einpreiste und diese denn auch Realität wurden. Dies bedeutete, dass sich der Spread zwischen 2-jährigen deutschen und 2-jährigen US-amerikanischen Staatsanleihen bis zum Jahresende auf rund 140 Bp weitete, die Höchstmarke seit 2006.

Die Anlageklassen mit der besten und schlechtesten Performance im Jahr 2015

Diese relativ kleinen Aufwärtsbewegungen bei den meisten Renditen auf traditionelle Staatsanleihen übersetzten sich in positive Gesamterträge, da selbst bescheiden Kursrückgänge ganz klar durch das Zinseinkommen kompensiert wurden. Der Markt für Bundesanleihen hat als Ganzes +0,3% rentiert. Britische Staatsanleihen kamen auf +0,6% und US-amerikanische Staatsanleihen auf +0,8%. JGBs erwirtschafteten respektable (im Vergleich zu anderen Anlageklassen) +1,2%.

In anderen Anleihensegmenten in den Industriestaaten sahen wir weitere Spread-Verengungen zwischen den Staatsanleihen aus dem peripheren Europa und Bundesanleihen. Die Renditen italienischer Staatsanleihen verengten sich gegenüber 10-jährigen Bundesanleihen beispielsweise um rund 40 Bp und beendeten das Jahr um 30 Bp niedriger auf 1,6%, was mit einem Gesamtertrag von 4,8% einen Spitzenplatz im 2015-Ranking sicherstellte. Portugiesische Staatsanleihen lagen mit einem Ergebnis von 3,9% nur knapp dahinter. Spanische und irische Staatspapiere verbuchten ebenfalls überdurchschnittlich gute Erträge (beide 1,7%). Im Bereich der Staatsanleihen aus dem peripheren Europa zog Griechenland als Spitzenreiter bei der Performance einsame Kreise. Tatsächlich lagen die griechischen Anleihen im Jahr 2015 mit Erträgen von 21,5% in der Spitzengruppe aller Anleihenmärkte. Der Jahresverlauf war allerdings eine holprige Angelegenheit. Der durchschnittliche Preis für griechische Anleihen fiel von 58 zu Anfang des Jahres auf ca. Mitte 30 im Sommer und ging dann zum Jahresende wieder auf 67 nach oben.

Die Credit Spreads weiteten sich 2015 in fast allen Märkten, obwohl europäische Vermögenswerte die Unterstützung der EZB genossen und trotz der recht gesunden konjunkturellen Rahmenbedingungen für US-amerikanische Vermögenswerte. Die Ausweitungen im Investment-Grade-Bereich waren im Jahresverlauf insgesamt bescheiden, doch setzten sie sich deutlich von der Verengung im ersten Quartal ab. Ein Beispiel sind USD-BBB-Spreads, die sich um 43 Bp von 198 auf 241 weiteten. Im März lagen sie bei 175 Bp. Die Rekordvolumina bei den Emissionen in den USA – eine Folge der Akquisitions- und Fusionsaktivitäten und den Bemühungen der Unternehmen, der Zinserhöhung der Fed zuvorzukommen – waren zweifelsohne für die Ausweitung mitverantwortlich. Investment-Grade-Anleihen haben in ihrer Gesamtheit in der Folge ziemlich enttäuschende Ergebnisse verzeichnet. Die EUR- und USD-Märkte machten Jahresverluste in Höhe von-0,4% bzw. -0,6%, GBP-IG waren nur wenig besser und erzielten Erträge von +0,6%. Finanzwerte erzielten hier gegenüber Unternehmensanleihen ebenso eine Outperformance wie nachrangige Anleihen gegenüber vorrangigen Schuldtiteln. Lower Tier 2 IG-Anleihen rentierten z.B. 3,1% im GBP-Markt und 1,6% für EUR-Anleihen. Weiter unten in der Kapitalstruktur rangierten GBP IG-Tier 1 Bankanleihen im Top-Bereich. Sie kamen auf Erträge von 5,2%. Es sollte allerdings angemerkt werden, dass dieser Sektor sehr klein ist und lediglich aus 10 Anleihen besteht.

Die Anlageklassen mit der besten und schlechtesten Performance im Jahr 2015

Der anhaltende Verfall der Ölpreise und anderer Rohstoffe war vor allem an den Märkten für Hochzinsanleihen zu spüren. Den größten Effekt hatte dies auf die USA, da der Index eine relativ hohe Gewichtung von Unternehmensanleihen aus den Bereichen Energie, Metalle und Bergbau aufweist (fast 20% laut den Bank of America Merrill Lynch Indizes zu Anfang 2015). Der USD High Yield Index war in seiner Gesamtheit eine der Anlageklassen mit der schlechtesten Wertentwicklung und verbuchte -4,6%. Der Index litt zweifelsohne unter den Sektoren Stahl, Energie & Metalle sowie Bergbau. Sie hatten alle ein furchtbares Jahr, rentierten -20,7%, -23,6% bzw. -26,2% und hatten die zweifelhafte Ehre im vergangenen Jahr die schlechteste Anlageklasse zu sein.

Die Anlageklassen mit der besten und schlechtesten Performance im Jahr 2015

Zum Abschluss ein Wort zu den Staatsanleihen aus Schwellenmärkten. Wie schon 2014 fanden sie sich auch im letzten Jahr an der Spitze und nahe dem Keller in unserem Ranking.  Hier spiegelt sich zum einen das idiosynkratische Risiko der Anlageklasse und zum anderen die Tatsache, dass „Schwellenmärkte“ nicht, wie es oft der Fall zu sein scheint, als eine Einheit gesehen werden können. Eine tief greifende Beschäftigung mit der Performance von Schwellenmarktanleihen im Jahr 2015 und den Aussichten für 2016 wird sich in dem in Kürze erscheinenden Blog von Claudia finden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Der Wert von Anlagen kann schwanken, wodurch die Fondspreise steigen oder fallen können und Sie Ihren ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht zurückerhalten.

Kategorisiert als: Zinsen Asset-Klassen
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