Inflationsumfrage von M&G und YouGov vom 4. Quartal 2015: Inflationserwartungen auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren

Vor Kurzem erst hatten wir über die deutlichen Auswirkungen gebloggt, die der Zusammenbruch der Rohstoff- und insbesondere der Öl- und Energiepreise auf die Inflationsraten weltweit gehabt hat. Die Headline-Inflation lag in führenden westlichen Ländern das gesamte Jahr über trotz anhaltendem Wirtschaftswachstum und einer stetigen Arbeitsmarkterholung im oder in der Nähe des deflationären Bereichs.

Interessant ist die Frage, ob diese wohl eher temporäre kostengetriebene Art von Deflation (d. h. Preisrückgänge infolge niedrigerer Rohstoffpreise, finanzpolitischer Lockerungsmaßnahmen oder billigerer Importe) eine länger anhaltende Wirkung auf die tatsächliche Inflation und die Inflationserwartungen haben könnte, die Kaufentscheidungen und Lohnvereinbarungen relevant beeinflusst. Die Zentralbanken sind gut beraten, auf erste Anzeichen dafür zu achten, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher nicht mehr fest verankert sind.

Die im 4. Quartal 2015 von M&G und YouGov durchgeführte Umfrage zu den Inflationserwartungen zeigt, dass die britischen Verbraucher in einem Jahr sowie auch in fünf Jahren erneut mit einer niedrigeren Inflation rechnen. So ist die mittlere Inflationserwartung der Verbraucher für das kommende Jahr von 1,5% auf 1,0% und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn unserer Umfragereihe zurückgegangen. In fünf Jahren wird nicht mehr mit einer Inflation von 2,6%, sondern nur noch von 2,5% gerechnet (Rückgang um 0,1%). Unsere Befragung hat auch ergeben, dass sich die Erwartungen an das Nettoeinkommen in Großbritannien in den letzten Monaten positiv verändert haben: 22% der britischen Verbraucher rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer Steigerung des Nettolohns.

In Europa scheinen sich die vierteljährlichen Inflationserwartungen in Deutschland, Österreich und Italien stabilisiert zu haben. In Spanien und der Schweiz hingegen, den beiden einzigen europäischen Ländern, die sechs Quartale in Folge eine Null- oder negative Inflation erlebt haben, wird mit einer niedrigeren Inflation gerechnet. Auf lange Sicht wird jedoch in allen von der Umfrage erfassten Ländern nach wie vor mit einer Inflationsrate von 2% oder höher gerechnet. Das lässt darauf schließen, dass die europäischen Verbraucher allgemein weiterhin zuversichtlich sind, dass die Zentralbanken ihre Preisstabilisierungsaufgabe erfüllen werden.

In der Asien-Region wird in Singapur sowohl kurz- als auch mittelfristig mit einer niedrigeren Inflation gerechnet (Rückgang von 3,1% auf 3% bzw. von 4,5% auf 4,0%). Das bedeutet eine Umkehr des im vorherigen Quartal registrierten Inflationsanstiegs. In Hongkong dagegen sind die Erwartungen unverändert und bemerkenswert gut verankert: In fünf Jahren wird inzwischen seit sechs Quartalen in Folge eine Inflation von 5% erwartet.

Den vollständigen Bericht mit allen Daten unserer Umfrage vom 4. Quartal 2015 finden Sie hier.

Hinweis: Das folgende Video ist nur in englischer Sprache verfügbar.

 

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