Happy Halloween! Fünf gruselige Charts. Buh!

Im wahren Geiste des 31. Oktober haben wir uns heute vorgenommen, Sie zu erschrecken. Deshalb hier nun fünf Charts, von denen einer gruseliger ist als der andere.

1.   Kapitalfurcht

Die aktuelle Unsicherheit in Europa hat enorme Auswirkungen auf das Vertrauen von Anlegern und Verbrauchern. Dies offenbart sich in einer Flucht des Kapitals in Qualität, die der nachfolgende Chart recht deutlich illustriert. Die meisten Volkswirte sind sich einig, dass diese Kapitalflucht die Finanzmärkte destabilisieren, die Kreditkosten eines Landes erhöhen, die Steuergrundlage eines Staates schmälern und außerdem beträchtliche Folgen für das Bankensystem eines Landes haben kann. Falls das Kapital also das Lebenssaft einer Volkswirtschaft ist, dann trocknen die Volkswirtschaften der Peripheriestaaten momentan aus.

2.   Gespenstisch hoher Anteil ausländischer Investments in lokalen Staatsanleihen

In diesem Kontext lässt sich zudem anmerken, dass viele Schwellenländermärkte seit 2007 hohe Mittelzuflüsse verzeichnet haben. Wir halten den prozentualen Anstieg ausländischer Investments in lokalen Staatsanleihen für gespenstisch. Denn so schnell diese Zuflüsse gekommen sind, können sie auch wieder umkehren. Darin besteht unserer Meinung nach ein großes Risiko. Bereits im Juli hatten wir darüber berichtet.

3.   Süßes oder Saures: Abhängigkeit einzelner Länder von den Nahrungsmittelpreisen

Für einen Großteil der Weltbevölkerung stellen die Ausgaben für Nahrung immer noch den größten Anteil an den Konsumausgaben dar. Angesichts der globalen Erwärmung, der steigenden Bevölkerungszahlen, der Tendenz eines sinkenden Angebots sowie der weltweit zunehmenden Nachfrage wird die Entwicklung der Lebensmittelpreise sowie der Inflation für die meisten von uns auch weiterhin von wesentlicher Bedeutung sein. Wie aber werden Regierungen und politische Entscheidungsträger darauf reagieren?

4.   Steigende Staatsverschuldung und Zombie-Staaten

In den Industrienationen liegt die Bruttostaatsverschuldung gemessen in Prozent des BIP mittlerweile fast auf einem historisch hohen Niveau. Es wird eine hitzige Debatte darüber geführt, wie die politischen Entscheidungsträger die Schuldenprobleme, mit denen viele Länder derzeit zu kämpfen haben, angehen werden. Denn falls sie das nicht tun, laufen sie Gefahr, von den Anleihenmärkten ausgesperrt zu werden und als Zombies zu enden. Ist es also nicht besser, fiskalische Sparmaßnahmen zu ergreifen, oder doch das Wachstum mittels weiterer geldmarktpolitischer Ankurbelungsmaßnahmen zu fördern? Und was ist mit der finanziellen Repression? Wie auch immer die Antwort lautet: Vielen Ländern stehen jede Menge strukturelle Qualen bevor, bevor sie wieder wettbewerbsfähig werden.

5.   Das globale Finanzsystem ist ein Monster

Das globale Finanzsystem kann zweifelsohne als Monster eingestuft werden, wird sein Wert doch mittlerweile auf 255.855.541.100.000 (also fast 256 Billionen) US-Dollar beziffert. Im Vergleich zum Jahr 2002 entspricht dies einem Anstieg um rund 140%. Um sich dieses Ausmaß einmal vor Augen zu führen: Unsere Galaxie, die Milchstraße, enthält schätzungsweise 200 bis 400 Milliarden Sterne. In Prozent des BIP gerechnet ist das globale Finanzsystem inzwischen auf etwa 367% des globalen BIP angewachsen. Viel Glück wünschen wir also all jenen Notenbankern, die momentan versuchen, dieses Monster zu zähmen.

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