Hochzinsanleihen: Die Zeichen stehen auf Einzeltitelselektion

Man kann durchaus sagen, dass wir unsere Erwartungen für den High Yield-Markt zuletzt nach unten korrigiert haben. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass diese Papiere auch 2013 hohe einstellige Erträge vorlegen, doch angesichts des aktuellen Umfelds scheint für wesentlich höhere Kapitalzuwächse eher kaum Potenzial zu bestehen.

Ein Faktor, der für das momentane Umfeld für Hochzinsanleihen von recht großer Bedeutung ist, bleibt bei dieser Einschätzung allerdings unberücksichtigt – nämlich die Möglichkeit, Anlagechancen und Preisverzerrungen am Markt auszunutzen. Oder um eine eher technische Formulierung zu verwenden: Die Spread-Dispersion am Markt ist zurzeit sehr hoch. Was aber bedeutet das?

Nachfolgend sehen Sie eine Darstellung des europäischen Marktes für Hochzinsanleihen im Jahr 2007. Dabei werden die Bonitätsratings den Zinsspreads gegenübergestellt. Aufgrund des gestiegenen Kreditrisikos erhielt man seinerzeit auch eine zunehmend ansteigende Kreditrisikoprämie. Dies resultierte in einer ansteigenden Zinskurve. Damals war der Markt recht effizient, so dass die einzelnen Bonitätskategorien eine ziemlich begrenzte Spread-Dispersion aufwiesen.


Nachfolgend ziehen wir einen Vergleich zum aktuellen Marktumfeld: So ist die durchschnittliche Risikoprämie inzwischen deutlich höher als noch 2007. Darüber hinaus ist die Spreadbandbreite innerhalb einer einzelnen Bonitätskategorie mittlerweile ebenfalls wesentlich ausgeprägter.


Doch womit lässt sich diese offensichtliche Verzerrung erklären? Ist man in der Lage, das Kreditrisiko auch unabhängig von den Ratingagenturen korrekt zu ermitteln, so kann man fehlbewertete Anleihen herausfiltern. Mit seiner Einzeltitelselektion richtig zu liegen, kann sich durchaus lohnen. Erwirbt man beispielsweise Anleihe X mit einem Spread von 750 Basispunkten, während man gleichzeitig Anleihe Y mit einem Spread von 250 Basispunkten veräußert, ergibt sich daraus eine Differenz von 500 Basispunkten. Nimmt man nun an, dass diese Differenz langfristig auf 0 Basispunkte schrumpft, da sich sowohl Anleihe X als auch Anleihe Y bei einer Duration von fünf Jahren einem Spread-Niveau von 500 BP annähern, entspricht dies einem relativen Plus von 25 Prozent (in Form eines Kapitalzuwachses von 12,5 Prozent bei Anleihe X und einem vermiedenen Kapitalverlust von 12,5 Prozent bei Anleihe Y).

Selbst wenn ein aktiv agierender Manager nur wenige Anlagechancen dieser Art in einem Portfolio nutzen kann, kann er damit unter Umständen beträchtliche Zusatzerträge erwirtschaften. Die Zeichen stehen also auf Einzeltitelselektion.

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